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Hervé Garcia - Menschenfresser

Ausstellung: 17. März – 8. April 06


Die Arbeiten von Hervé Garcia können als ein Zusammenspiel aus Reflektion, formalen Experimenten und historischen Verweisen beschrieben werden, dabei bediehnt er sich einer Auswahl diverser Medien wie der Collage, Sound, Photographie, Zeichnung, Video, Skulptur und anderer dreidimensionaler Objekte.

Während Garcias jüngste Einzelausstellungen diese Auswahl an verschiedenen Medien einbezog und als eine Art Spektakel oder Kabarett inszeniert wurde, dreht sich die Ausstellung bei Croy Nielsen hauptsächlich um eine Serie von raumgreifenden Skulpturen. In Bezug auf Stabilität und Gewichtung reizen diese Skulpturen geradezu ihre Grenzen aus. Die  Farbauswahl (v.a. Rot, Blau und Gelb in Kombination mit Grau, Schwarz und Weiss) gibt die einfache Klarheit Fernand Légers modernistischen Glaubens wieder, zugleich sind sowohl die Geometrie als auch die Farben durch Verzerrungen und Farbspritzer durchbrochen. Trotz ihrer überwältigenden Maße, negieren sie mit ihrem offensichtlich hingebastelten Charm jegliche Anspielung auf Monumentalität.

Die Skulpturen vereinen auch Verweise auf Garcias Interesse an volkstümlicher Kultur, dem Archaischen und dem Primitiven und beziehen sich damit auf einen weiteren Arbeitszyklus mit dem Titel "New Folklore": ein Vorhaben, das sich durch Hinzufügen abstrakter "Erweiterungen", der Transformation und Verzerrung figurativer Skulpturen im öffentlichen Raum, widmet. Diese Eingriffe nehmen in verschiedenen collagenhaften Entwürfen bereits Form an.

Garcias Arbeiten tragen eine hyper-textuelle Dimension in sich, jedoch gibt es keine offensichtliche Lesart oder einen Code, den es zu durchdringen gilt. Seine Aneigungen sind irgendwo jenseits von  Gewissheit und routinierter Systematisierung anzusiedeln.

 


mail@croynielsen.de | +49-30-28093696 | Do–Sa 16-19 Uhr | © croy nielsen 05