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Joëlle de La Casinière: absolument nécessaire kuratiert von Astrid Mania Ausstellung: 22. April – 20. Mai 06 Im Jahre 1971 verkauft die französische Künstlerin Joëlle de La Casinière ihre bis dato entstandenen Gemälde sowie ihr Motorrad und bricht mit leichtem Gepäck gen Südamerika auf. Es ist der Beginn einer Reise um die Welt und durch viele Welten, die bis heute nicht zu ihrem Ende gekommen ist. Das nomadisierende Leben bestimmt La Casinières ungewöhnliches Werk, das untrennbar mit den Eindrücken und Beschränkungen des Reisens verwoben ist: Ihre Collagen, Manuskripte und Videoarbeiten, die sich Autobiographischem, Historischem, aber auch den Übeln des Mediums Fernsehen widmen, sind entlang eines ganz privaten Ordnungs- und Verweissystems angelegt. Die wundervoll eklektischen Collagen, von denen bei croy nielsen die sechzig "Tablotins" präsentiert werden, vereinen Kalligraphisches und Ornamentales, Klebebilder aus Werbewelt und Kinderalben, vorgefundene Fragmente von Alltagsgegenständen, Postkarten, Fotografien. Sie sind private und sehr persönliche Notiz ebenso wie scharfsinnige Beobachtung und kritischer Kommentar zeitgenössischen Lebens. La Casinières erstes Buch, "Absolument Nécessaire - The Emergency Book", das 1973 bei Les Editions de Minuit in Paris erscheint, wird von Deleuze/Guattari in "Tausend Plateaus" als eines der wenigen gelungenen Beispiele eines wahrhaft nomadischen Buches gefeiert. Es ist ein ganz besonderes Reisetagebuch, geprägt von der unverwechselbaren, wundervollen Handschrift der Künstlerin. "La première partie du roi Henri IV de double V Shakespeare: une analogie" ist die auf Film gebannte Erweiterung des Buches und amalgamiert, wie fast alle Videoarbeiten der Künstlerin, Bild, Schrift und Ton. Es dokumentiert den Traum einer Gruppe von Künstlern um La Casinière, Shakespeares Drama "Henry IV" in den pittoresken Straßen eines kleinen Ortes in Kolumbien mit seinen Einwohnern als Schauspieler zu improvisieren. Das Manuskript und Video "Grimoire Magnétique" beruhen auf der Hagiographie des islamischen Märtyrers Al Hallâj aus dem 10.Jahrhundert. Vertont von Jacques Lederlin und mit einem Libretto von La Casinière gerät das Video zu einer Art prototypischem 'Videoclip', der Historie und zeitgenössisches Bildmaterial, europäische und arabische Kultur vereint. Das Video wurde 1983 auf der documenta 8 gezeigt. Beide Bücher und Videos sind bei croy nielsen zu sehen Am 17. Mai um 19.00 Uhr findet eine Präsentation ausgewählter Videos von Joëlle de La Casinière mit einer Einführung von Astrid Mania im Videoforum des NBK statt.
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