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Edwin Lipburger

Kugelmugel

Ausstellung: 4. Juni–16. Juli 05

In den frühen 1970er Jahren baute der österreichische Künstler Edwin Lipburger in der Gemeinde Katzelsdorf auf dem Grundstück eines Landwirtes ein Haus in Form einer Kugel. Es war kaum fertig gestellt, da wurde es bereits zum Politikum: Unter reger Beteiligung der Boulevardpresse lieferte sich Lipburger einen Kleinkrieg mit den Behörden, die den sofortigen Abriss forderten, weil der Künstler sich nicht um eine Baugenehmigung bemüht hatte. Um die Gesetze zu umgehen, rief Lipburger schließlich die "Unabhängige Republik Kugelmugel" aus, deren Territorium wenig mehr als das kugelförmige Haus umfasste.

Daraufhin wurde der Staatsgründer wegen Amtsanmaßung für 10 Wochen inhaftiert. Der Rechtsstreit "Republik Österreich gegen Edwin Lipburger" ist bis heute nicht endgültig geklärt. Die einzige Chance, das Haus zu retten war das Angebot der Wiener Stadtregierung, es in den Vergnügungspark Prater zu transportieren, wo es nach wie vor zu sehen ist, allerdings hinter einem Stacheldrahtzaun ein eher trauriges Dasein fristet und vom Künstler nur gelegentlich benutzt wird.

"Kugelmugel" ist mehr als nur ein kurioses Bauwerk. Es steht im Zentrum eines ungewöhnlichen Lebenskonzepts, dass der vom Kunst- und Architekturbetrieb isolierte und ignorierte Edwin Lipburger in zahlreichen, immer um das Thema von Kugel und Sphäre kreisenden Arbeiten entwickelt hat. Wohnen, Leben, das Bauen und die Produktion von Kunst gehen bei Lipburger eine enge Verbindung ein.

Die Ausstellung zeigt neben Dokumentationsmaterial, auch Werke aus Lipburgers umfangreicher künstlerischer Produktion, die Fotos, Poster, Briefmarken der Republik "Kugelmugel" und konzeptuelle Malerei umfasst. Außerdem wird der Künstler in Videointerviews vorgestellt, die im Jahr 2004 anlässlich der Recherche zur Ausstellung entstanden.

Presse: taz / Bauwelt

 

 

 

 

 


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